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Can't touch this (...nanana)

Mir ist heute (nicht zum ersten Mal) aufgefallen, dass ich mich sehr gerne körperlich anderen Menschen nähere, wenn sie mir sympathisch sind. Das spüre ich derzeit am meisten bei einem meiner Kollegen (FSJler wie ich). Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, Witze über den anderen gemacht, uns getriezt und gemeinsam gelacht und das - man merke - ohne irgendwelche Gefühle, die über Freundschaft oder eben Kollegschaft hinausgehen. Alles hat angefangen als besagter Kollege einmal auf beleidigt getan habe und ich ihn lachend umarmt habe um ihn zu trösten.

 

Danach hat er mich zum Abschied umarmt und es kam immer wieder zu ähnlichen Berührungen... am Arm, am Rücken, kitzeln...Oha, das klingt wirklich als würden wir uns nicht nur als Freunde annähern. Vielleicht schwebt es mir gerade deswegen im Kopf herum, weil ich eigentlich nichts für ihn empfinde und mir aber dennoch Sorgen mache. Ich mache so etwas auch nicht bei jedem Menschen, aber es gibt diesen speziellen Typ Mensch für mich, der auf Anhieb meine Ironie und meinen Sarkasmus versteht und darauf einsteigt. Nur bei diesen speziellen Leuten traue ich mich mich körperlich anzunähern. Aber ich habe das Gefühl, dass das für mich eine ganz andere Bedeutung hat. Als würde ich mir selber jedes Mal die Sicherheit geben, dass wir noch auf einer Wellenlänge sind. Okay, jetzt wird es doch zu tiefgründig.

 Ich merke einfach, dass diese Berührungen total unkontrolliert passieren, ehe ichs mir versehe, liegt mein Arm schon auf seiner Schulter. Manchmal habe ich auch Angst zu weit zu gehen und meinem Gegenüber falsche Signale zu schicken. Was für den einen harmlos ist, sieht der nächste vielleicht schon als Flirt. Ich habe mir auch vorgenommen das morgen mal langsamer anzugehen und diese ganzen Berührungen wegzulassen und allgemein etwas gefasster zu sein. Ich bin zur Zeit sehr aufgeregt und aufbrausend, einfach durch meine Panikattacken und die ständige Angst.

Na ja...Wahrscheinlich steckt nicht einmal etwas dahinter, sondern es ist einfach nur Alberei. Ich schaue mal, was mir das Internet dazu sagt.

Danke fürs Lesen

Eure Lily emotion

29.11.17 17:09


Wartezimmerdamen

Eigentlich ist es Zeit für mich in die Federn zu sinken und einzuschlummern, ich bin die letzten Nächte immer schon viel zu spät eingeschlafen. Aber ich bin nicht schuld, wirklich nicht. Schuld hatte das spannende Buch, das ich gelesen habe. Aber davon will ich eigentlich gar nicht erst anfangen, sondern würde ich jetzt meine geistige Entwicklung in Frage stellen, weil ich mit fast 22 Jahren noch gerne die Jugendliebesromane lese, die mein 15-jähriges Ich so liebt.

 

Ich war heute beim Arzt, soweit so gut. Eigentlich nichts besonderes. Auch nicht, dass ich um 9.30 Uhr an einem ganz gewöhnlichen Arbeitstag dort war, denn Fachärzte haben bekanntlich nur so doofe Termine übrig. Nein, ich bin jedes mal aufs neue fasziniert. Ihr müsst wissen, mein Hauptfortbewegungsmittel ist mein Fahrrad, dass ich sehr liebe und dafür eigentlich viel zu schlecht pflege (sorry Papa). Mit dem Fahrrad bei dem Wetter zu fahren und vor allem schnell zu fahren bedeutet mit geröteten Wangen, halb verschwitzt und einer ziemlich interessanten Frisur am Ziel anzukommen. Die Sprechstundenhilfen sind völlig unbeeindruckt, na klar! Der abschätzige Blick kommt aber im Wartezimmer, dort wo die perfekt gestylten Damen warten. Ich würde es ja noch verstehen, gäbe es einen besonders attraktiven Arzt dort (Ja, ich weiß, Schönheit liegt im Auge des Betrachters) aber so ist es nun einmal nicht, meistens sind es auch weibliche Ärzte. Es sind auch nicht unbedingt die Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren, die sich so aufstylen, nein, es sind die Damen der älteren Generation. Mit ihren Feinstrumpfhosen, dem hübschen Kleid, der ausgefallenen Kette und den edlen Stiefeln sehen sie aus, wie aus dem Modemagazin entsprungen. Ich bin normalerweise ein Mensch, der sich nicht so um das Auftreten anderer kümmert. Während viele anderen sich die Mäuler zerreißen, denke ich mir eher "Na, lass se doch" aber ich bin einfach so fasziniert von diesen Damen.

So, spannender wirds nicht, denn ich bin echt müde! Vielen Dank fürs Lesen

Eure Lily emotion

28.11.17 21:46


lang...lang ists her

...dass ich das letzte Mal geschrieben habe. Ich selbst vermute es hat damit zu tun, dass es mir sehr gut ging. Mein Leben war eine einfach gerade Linie ohne besondere Ausschweifungen, ich habe mein FSJ begonnen, die Wochenenden mit Maik verbracht. Sina und Mira ab und an getroffen. Ich war oft im Kino, habe Billard gespielt und meinen gesamten Freundeskreis gesehen (wenn auch seltener). Es war toll, ich habe mich selten so erwachsen gefühlt. Ich genieße es ja wirklich, dass ich meinen Eltern keine Rechenschaft schuldig bin, warum ich erst so spät nach hause komme. Aber, dass alleine wohnen hat auch Nachteile. Wenn ich mal einsam bin, bin ich einsam. Maik wohnt zwar sehr nahe, aber durch seine Fahrgemeinschaft mit unserem Kumpel, ist es eher schwer mal spontan zu mir zu kommen und er ist gerade im letzten Schuljahr vor dem Abi. Also braucht er viel Schlaf um gut lernen zu können. Außerdem kann ich nicht jedes mal piep machen, wenn es mir nicht gut geht. Ich muss ja in gewisser Weise selbst damit zurecht kommen. Also schreibe ich jetzt meinen Blog weiter, mal sehen wie lange ich das durchhalte. Wie das ganze begonnen hat? Mit einem Telefonat mit meinen Eltern, das war vor ca 3 Wochen. Wir haben über völlig belangloses geredet und es war das erste Telefonat seit...ja.. ebenfalls 3 Wochen. Als Kind und vor allem junger Erwachsener braucht man seine Eltern sehr. Sie geben dir die Wurzeln, um standhaft zu bleiben und die Flügel um aus dir hinauszuwachsen. Tja, ich habe in dem Sinne keine Wurzeln. Mein Leben ist ein on-way-Zug. Andere können ausziehen und immer heimkommen, wenn etwas ist, bei mir geht das nicht. Dafür wohnen meine Erzeuger zu weit entfernt. Zurück zum Telefonat. Wenn ich mir mich selber als Mutter vorstelle, wünsche ich mir, dass ich an all die Sachen denken, die meine Eltern nicht schaffen. Das ist besonders der emotionale Aspekt in dieser Familie. Die Frage nach dem "Wie geht es dir?" "Hast du irgendwelche Probleme?" "Läuft alles so, wie du es dir wünscht?" kommen nicht und ich brauche sie um zu reden. Stattdessen reden wir über Supermarktangebote und was alles an ihrem "neuen" Haus verändert wird. Und das nach 3 Wochen Sendepause. Einen Tag später, beim arbeiten, alles war gut, hat mich die Panik aus dem Nichts überrannt. Normal handeln konnte ich nicht mehr. Ich konnte nicht mehr atmen, mir war speiübel, ich hab gezittert und geweint und das ist nicht gut, denn ich arbeite mit geistig schwer Behinderten, die das ganz anders warhnehmen. Meine Vorgesetzte hat mich heim geschickt. Seitdem hab ich jeden Morgen Probleme, nach einem Wochenende ist es nochmal schlimmer, Frühstücken und Abendessen geht kaum, denn Tag über funktioniere ich wieder.  Jetzt kann man natürlich sagen, selber Schuld, dann rede halt darüber. Das letzte Mal, dass ich über meine Gefühle, Empfindungen und Probleme gesprochen habe, ist wahrscheinlich 5 Jahre her. Natürlich nur bei meinen Eltern. Ich nehme mir fest vor am 6. Dezember (da kommen sie hierher) mit ihnen darüber zu reden.

 

Das sieht dann ungefähr so aus: " Mama, Papa, ich muss euch was sagen. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr atmen, ich kann nicht mehr ohne morgendliche Panik zur Arbeit gehen. Jeden Abend vor der Arbeit geht es mir schlecht, ich könnte heulen. Meine "Seele" tut mir weh. Das Herz wird schwer, der Magen flau. Ich esse, weil mein Körper essen muss. Ich habe schreckliche Angst alleine zu sein, ich habe das Gefühl alle verstehen mich und doch keiner. Es fällt mir so schwer mit euch darüber zu sprechen, weil ich Angst habe. Angst vor Zurückweisung. Ihr müsst es nicht einmal verstehen, es reicht, wenn ihr es akzeptiert. Ich glaube es ist schwer mit einer psychisch kranken Tochter. Vielleicht könnt ihr manchmal gar nichts mit mir anfangen. Ihr sagt ihr seht mich nie lächeln, zumindest habt ihr das gesagt, weil wir uns ja inzwischen kaum sehen. Ich will euch nicht wirklich die Schuld daran geben, aber das liegt wohl wirklich daran, dass ich mich mit der Zeit einfach nicht mehr wohl gefühlt habe in unserer Familie. Ich wollte überall anders sein. Zum Teil auch wegen meinem Bruder (er ist sehr aufbrausend und war früher gewaltbereit) 

Was ich eigentlich sagen will, ich wünsche mir einfach keine Aussagen wie "Denk doch einfach nicht daran, dann geht es schon weg" oder "das bildest du dir nur ein" ich will nur mal ein bisschen von "Geht es dir gut?" "Brauchst du was?" und etwas weniger von "Übrigens letztens gab es zum Wasser eine Tupperdose gratis" (so in etwa halt) Ich hab euch so lieb, ihr seid meine Eltern und ich habe einfach das Gefühl, und das ist keine Tatsache, sondern meine Empfindung, dass ich euch nicht so wichtig bin und das tut mir weh. Ihr seid bei der erst besten Gelegenheit weggezogen, ihr habt gesagt, es dauert noch mindestens 5 Jahre und dann ein halbes Jahr später stand ich alleine in meiner ersten Wohnung. Es war hart. Ich hab es versucht. Mich zu entspannen, es locker anzugehen. Ich habe viel geheult. Ich heule auch heute noch viel. Ich bin fast 22 Jahre und ihr werdet lachen, fühle mich dafür kaum erwachsen. Manchmal bin ich zu faul mir etwas zu essen zu kochen und ja, Mama, da vermisse ich wirklich dein gekochtes Essen. Ich vermisse euch, ihr habt mich so selten umarmt. Klar zur Begrüßung und Verabschiedung, aber kein Nähe-Emotionales-Lieb-haben-Umarmen. Mein Bruder würde das gar nicht mögen, ich weiß, aber ich brauche es. Sogar sehr. "

 

 

Danke fürs Lesen,

 

Lily emotion

26.11.17 20:22


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